Sonntag, 25. September 2016

Rezension: the Killing

Die komplette Serie


Erschienen am 15.09.2016
Studiocanal
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 1948 Min.
Bildformat: 16:9, 1,78:1
Sprache: Deutsch, Englisch
DD 5.1
Anzahl Discs: 14


Rezension
 
Staffel 1 und 2
Die Schülerin Rosie Larson, die noch gar nicht von ihren Eltern vermisst wurde, wird tot aufgefunden. Obwohl sie eigentlich ihren letzten Arbeitstag in Seattle hat, muss Detective Sarah Linden die Ermittlungen übernehmen. Unterstützt wird sie von ihrem geplantem Nachfolger Detective Stephen Holder.
 


Der Mord an Rosie schockiert ganz Seattle. Wer konnte diesem netten Mädchen so etwas antun? Oder war sie eventuell gar nicht so ein liebes, freundliches Mädchen? Was wissen Freude, Familie, ihre Lehrer, ihr komplettes Umfeld wirklich über sie? Wer hatte ein Motiv?

Die Ermittlungen ziehen immer größere Kreise und sie gestalten sich ...schwierig, vor allem da Linden und Holder kein erprobtes Team bilden. Werden sie den Mord trotz allem aufklären können?

Staffel 3
Detective Stephen Holder ermittelt in einem Vermisstenfall. Es ergeben sich viele Parallelen zu einem alten Fall von Sarah Linden. Das Merkwürdige daran ist nur, dass der Täter damals gefasst und verurteilt wurde. Könnte es eventuell ein Fehlurteil gewesen sein? Läuft der wahre Täter womöglich noch frei rum?



Holder bittet Linden um Unterstützung und gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach der Wahrheit. Denn ob Nachahmungstäter oder nicht - es gilt einen Serienkiller dingfest zu machen


Staffel 4
Die Familie Stansbury wird ermordet aufgefunden - der einzig Überlebende ist Sohn Kyle, der sich aber nicht an den Tathergang erinnern kann. Was ist an dem Tag wirklich passiert? Ist Kyle ein Opfer oder eventuell sogar der Täter?

Linden und Holder übernehmen die Ermittlungen und das, obwohl sie noch mit den ... 'Altlasten' aus ihrem letzten Fall um den Serienkiller zu kämpfen haben. Beide stehen unter extremen Druck und die Untersuchung der neuen Morde gestaltet sich als überaus schwierig, denn Kyle ist Schüler in einer Militärakademie und dort herrschen .... andere Regeln.


Fazit
Asche auf mein Haupt. Diese amerikanische Serie ist eine Neuverfilmung der dänischen Serie 'Kommissarin Lund - Das Verbrechen'- und ganz ehrlich, wenn ich das vorher gewusst hätte... nö - dann hätte ich mir nicht eine einzige Folge davon angesehen. Kommissarin Lund hatte mir nämlich so gar nicht gefallen.

ABER völlig 'unahnend' habe ich einfach mal in 'the Killing' reingeschaut und ich bin begeistert. Das nenne ich mal ein gelungenes Remake - zumindest von der ersten Staffel - mehr habe ich mir von dem Original nicht angesehen und keine Sorge - hier ist nicht einmal der Täter identisch!

Die Schauspieler sind 1A ausgewählt. Allen voran Mireille Enos (Sarah Linden) und Joel Kinnaman (Stephan Holder), aber auch Michele Forbes (Rosies Mutter), Elias Koteas (James Skinner), Billy Campbell (Politiker) oder Joan Allen (Leiterin der Militärakademie) haben mir gefallen - oder einfacher ausgedrückt: ich fand niemanden unpassend besetzt :0)

Diese amerikanische Serie hätte fast eine skandinavische sein können. Düster, teilweise beklemmend, sehr spannend, natürliche Gesichter - keineswegs faltenfrei, keine Einsätze in Stöckelschuhen, Regen, menschliche Abgründe, Dramen - eine Serie, die einen etwas nachdenklich zurücklässt.

Also - meine Empfehlung habt ihr - die komplette Serie ist wirklich sehenswert!

Viele Grüße von der Numi

Samstag, 10. September 2016

Rezension: Interview mit einem Mörder

von Bernhard Aichner, erschienen bei Haymon.


Erschienen am 20. Juli 2016
Gebundene Ausgabe
288 Seiten
ISBN-13: 978-3709971338

Beschreibung laut Verlag
Dramatische Szenen bei der Eröffnung des neuen Würstelstandes von Ex-Fußballstar Johann Baroni: Mitten in dem fröhlichen Geschehen fällt ein Schuss - und Baroni sinkt zu Boden. Totengräber Max Broll ist verzweifelt: Sein bester Freund darf nicht sterben!
Als er wieder zur Besinnung kommt, erinnert sich Max: Er hat den Schützen gesehen. Doch der vermeintliche Täter entpuppt sich als harmloser Tourist. Es gibt kein Motiv, keine Tatwaffe, keine weiteren Zeugen - niemand schenkt Max Glauben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich an die Fersen des Mannes zu heften.
Und tatsächlich sitzt er dem Mörder bald Auge in Auge gegenüber - doch der ist klug, nichts kann seine Schuld beweisen. Max folgt ihm in einer atemlos spannenden Verfolgungsjagd, die ihn bis auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer bringt. Er ist überzeugt: Nur er kann den Verrückten zur Strecke bringen, um weitere Gräueltaten zu verhindern …

Rezension 
Johann Baroni, Max Brolls bester Freund, möchte noch einmal ganz neu Durchstarten - mit einem Würstelstand. Doch plötzlich fällt bei der Eröffnungsfeier ein Schuss, Johann Baroni sinkt zu Boden. und Max steht fassungslos daneben.

Doch Max ist sich sicher, den Täter gesehen zu haben - nur leider glaubt ihm niemand. Was bleibt ihm da anderes übrig, als sich selbst auf die Suche zu machen. Tatsächlich findet er den Mann, aber der scheint ein vollkommen harmloser Tourist zu sein. Nett, freundlich, ein sympathischer Typ nach Meinung der Polizei.

Nur Max Broll ist sich sicher, dass er der Täter ist. Was ihm fehlt ist ein Geständnis des Mannes. Also heftet sich Max an seine Fersen und lernt ihn dabei näher kennen, als ihm lieb sein kann...

Fazit
Das nenne ich mal einen Krimi der ganz anderen Art! Bernhard Aichner bedient sich eines ganz eigenen Schreibstils, der mir bisher noch nicht untergekommen ist. In kurzes prägnanten Sätzen schreibt er schnörkellos über das Wesentliche. Diesmal muss ich einfach Beispiele aus dem Buch nehmen - denn sonst lässt sich das gar nicht recht beschreiben :0)

"Max steht nur da. Schaut zu. Begreift es nicht. Wie Baroni neben ihm zusammensackt und liegen bleibt!"

Selbst die Dialoge sind als Liste aufgeführt - ohne jegliches Brimborium

- Du musst Dich zusammenreißen.
- Ich will mich nicht zusammenreißen.
- Du bist betrunken, Max.
- Und?
- Baroni braucht dich jetzt.

Ganz ehrlich - auf den ersten Seiten war ich regelrecht... irritiert. Dann machte es plötzlich klick und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Schreibweise ist sonderbar, die Charaktere etwas... skurril, die Geschichte ist absolut fesselnd und spannend, birgt trotzdem Humor und sogar einen Hauch von ... Liebe.

Als Leser fühlte ich mich richtiggehend gefangen in der Geschichte und ja mir kamen durchaus auch Zweifel. Handelt es sich bei diesem älteren Herrn tatsächlich um einen Mörder? Und dann auch noch um einen Mörder dieser Art? Oder bildete sich Max das einfach nur ein? Vielleicht aus der Angst heraus seinen besten Freund zu verlieren? Und nichts dagegen unternehmen zu können?

Normalerweise hätte ich das Buch nach einem kurzen Blick hinein, wieder zurückgestellt. Man, was bin ich froh, dass ich ihm nun doch eine Chance gegeben habe. Das nenn ich mal eine Horizonterweiterung der eigenen Art :0)

Was mich erfreut: Das hier ist der vierte Teil aus der Max-Broll-Reihe, wobei der Quereinstieg überaus leichtgefallen ist. Auf mich warten nun zumindest drei weitere Teile dieser Reihe und ich denke, das da noch Einige nachfolgen werden.

Wer also Lust hat auf ein .... etwas anderes Buch, ist hier goldrichtig. Mir hat es vergnüglich spannende Lesestunden beschert!

Reihenfolge
1. Die Schöne und der Tod
2. Für immer tot
3. Leichenspiele 
4. Interview mit einem Mörder

Viele Grüße von der Numi

Sonntag, 4. September 2016

Rezension: Der geilste Tag

 
   
Erscheinungsjahr: 2016
Warner Home Video
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 113 Min.
Bildformat: 16:9,  2.40:1
Sprache: Deutsch DTS-HD
5.1
Anzahl Discs: 1
    
Beschreibung laut Warner
Der kauzige, sehr ehrgeizige Pianist Andi und der Lebenskünstler Benno haben nur eines gemeinsam: Sie werden bald sterben – und landen deshalb im Hospiz, das sich aber bald als suboptimale letzte Lebensstation entpuppt. Also beschließen die beiden, den geilsten Tag ihres Lebens zu genießen: Weil sie bei ihrer sehr begrenzten Lebenserwartung keinen Knast fürchten müssen, reisen sie mit ergaunertem Geld nach Afrika. Doch der Trip ist für den hypochondrischen Andi anfangs ein Albtraum und auch für Benno eine große Herausforderung, da er sich zum ersten Mal seiner Vergangenheit stellen muss. Über lustige, tragische, dramatische und auch gefährliche Etappen führt das Abenteuer schließlich zu ihrem eigentlichen Ziel – nämlich die Erkenntnis, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, um es nicht zu verpassen. 
 
Rezension
Andi ist Pianist, Blogger, ein junger Mann mit dem Wunsch, ein Zeichen auf der Welt zu hinterlassen. Benno dagegen ist eher ein Lebenskünstler, der mal Dieses und dann mal Jenes ausprobiert. Die Beiden lernen sich im Hospiz kennen. Nicht als Angestellte - nein beide sind Patienten im Endstadium, d.h. sie werden sterben und das in nicht weit entfernter Zeit.
  
   
Aber dort den ganzen Tag verbringen...? Nur an die jeweilige Krankheit denken...? Den Tod vor Augen...? Und das in jeder Sekunde des Tages...?
   

  
Benno ist sich sicher, dass das nicht der richtige Weg ist. Lieber Geld organisieren und noch einmal so richtig 'einen Drauf machen'. Das Leben genießen in all seiner Pracht. Durchatmen bis zum letzten Moment. Andi zögert zuerst... aber dann machen sich die Beiden gemeinsam auf den Weg mit ihrer neuen Mission: Den geilsten Tag zu erleben!
  

    
Fazit
Ich bin wirklich kein Fan von Matthias Schweighöfer (Andi) und seinen Filmen und von Florian David Fitz (Benno) hatte ich bisher auch noch nichts gesehen. Jetzt nachdem ich diesen Film gesehen, bin ich immer noch kein Fan von den Beiden, aber DER Film war mal richtig gut.
 
Unheilbare Krankheiten, Sterben, Hospize ... das sind ja nicht gerade Small-Talk-Themen und gehören eher in den sensiblen Bereich. Diesem Film ist es gelungen das ernste Thema aufzugreifen und mit Humor, Feingefühl und einem saftigen Schwung Freude am Leben zu würzen.
 
Ich habe gelacht - um nicht zu sagen losgeprustet, ich habe geweint, wie ein Schlosshund. Der Film hat mich berührt und eine Botschaft für mich hinterlassen. Genieße das Leben, mach Dir nicht zu viele Gedanken um Dich, sieh zu, dass Du später in der Umkleidekabine - dort, wo Du Deine Flügel bekommst, eine Menge toller Geschichten zu erzählen hast!
 
Ich kann Euch den Film nur empfehlen - nicht zu schwer, nicht zu leicht - einfach eine klasse Mischung in einem tollen deutschen Film - der auf Glorifizierung, Schönheit und sonstige Ideale einfach verzichtet und das wirklich Wichtige des Lebens in den Mittelpunkt stellt.
 
Viele Grüße von der Numi

Samstag, 3. September 2016

Rezension: Jaspers letzer Flirt

von Ulrike Busch, erschienen bei Edition M.

 
Erschienen am 16. August 2016
Taschenbuch
300 Seiten
ISBN-13: 978-1503938175
  
Beschreibung laut Verlag
Der Surflehrer Jasper Erikson liebt drei Dinge: seine Freiheit, die Frauen und das Meer. Eines Tages beschließt sein Urlaubsflirt Bele, sich von ihrem Mann zu trennen und vom nordfriesischen Festland nach Amrum zu ziehen. Diese Entscheidung ruft beim ebenfalls verheirateten Jasper nicht nur Begeisterung hervor.
Dann wird ein Anschlag auf ihn verübt. Jasper überlebt, der Attentäter entkommt unerkannt. Hauptkommissar Kuno Knudsen und sein Assistent Arne Zander nehmen die Ermittlungen auf. Doch Jasper scheint die Angelegenheit auf seine Weise lösen zu wollen. Bis er erneut in Lebensgefahr gerät.
Der zweite Fall für die Kripo Wattenmeer entführt die Leser in die idyllische, aber manchmal recht eigene Welt der Nordseeinsel Amrum.
  
Rezension
Jasper Erikson lebt seinen Traum. Surflehrer auf seiner Heimatinsel Amrum. Er, die Wellen und das Meer und jede Menge appetitanregende Frauen - meist braungebrannt mit viel sichtbarer Haut und oft auch mehr als willig. Was will man noch?
 
Seine Frau hat sich anscheinend damit abgefunden. Und darüber, dass sich seine Geliebte Bele von ihrem Mann trennen will und eine gemeinsame Zukunft mit Jasper auf Amrum plant... darüber macht er sich später Mal Gedanken. Zu schön ist sein Leben um Trübsal zu blasen.
 
Bis zu dem Moment an dem ein Attentat auf ihn ausgeübt wird. Es schlägt zwar fehl, aber nun stehen Hauptkommissar Kuno Knudsen und sein Kollege Arne Zander vor einem unwilligen Opfer, der nicht bereit ist, sein Leben einschränken zu lassen - nicht einmal während der Ermittlungen. Für die beiden Ermittler kein einfaches Los: herauszufinden, wer hinter dem Attentat steckt und gleichzeitig ein Zweites - eventuell erfolgreiches - zu verhindern. Die Zeit läuft...
 
Fazit
Dieses ist der zweite Teil der Kripo Wattenmeer. Der erste Teil 'Der Pfauenfedernmord' hatte mir ja schon gut gefallen und der zweite stand ihm in nichts nach. Im Gegenteil - er hat mir sogar noch besser gefallen - die Schreibweise erschien mir feiner oder dichter geworden zu sein.
 
Ein spannender Krimi, weder ekelig noch blutig, mit gut beschriebenen Charakteren, in einer runden, durchdachten Geschichte, in einem flüssigen Schreibstil verfasst und das Ganze spielt auch noch an der Nordsee. Zwischen den Zeilen merkt man die Liebe der Autorin zur Insel Amrum, ohne aber in langatmigen Beschreibungen zu versanden.
 
Knudsen und Zander sind ein tolles Team, die etwas von ihrem Job verstehen. Sie bei Ihren schwierigen Ermittlungen zu begleiten ist ein spannendes Lesevergnügen - Verdächtige gibt es auf jeden Fall zuhauf, denn Jasper scheint alles anzubaggern, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

Meine Empfehlung habt Ihr und ich wünsche Euch unterhaltsame Lesestunden! Hoffentlich kommt da noch einiges mehr aus dieser Reihe :0)
 
Reihenfolge
1. Der Pfauenfedernmord
2. Jaspers letzter Flirt
 
Viele Grüße von der Numi