Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension: Remember Mia

von Alexandra Burt, erschienen bei dtv premium.


Erschienen am 22. April 2016
384 Seiten
ISBN 978-3-423-26101-2

Inhalt laut Verlag
Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen - während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.
Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen - schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen.

Rezension
Estelle Paradise erwacht im Krankenhaus - Schmerzen im ganzen Körper - schwer verletzt - sie hatte einen Autounfall? Und zudem eine Schusswunde? Was ist denn bloß passiert? Sie kann sich an nichts erinnern... obwohl... was ist mit MIA? WO IST IHRE BABY? WARUM WAR SIE NICHT BEI IHR???

Nur langsam - mit psychiatrischer Hilfe - kehren Estelles Erinnerungen zurück. Mia, ihre geliebte Tochter, ihr kleines Baby, die so gut duftete und die schrie, den ganzen Tag lang und oft auch nachts, die sie einfach nicht beruhigen konnte, die sie ständig forderte, die ihr alles abverlangte.... könnte es sein.... nein ... sie hätte doch niemals .... nie hätte sie ihrem Baby etwas angetan.... oder...

Die Polizei zweifelt an ihrer Amnesie und bald beginnt auch Estelle an sich selbst zu zweifeln. Die muss sich einfach erinnern. Sie muss wissen, was passierte ist. Wo ist Mia? Gibt es noch Rettung für ihr Baby? Oder hat sie ihr wirklich etwas angetan und ist Alles bereits zu spät?

Fazit
Das Buch ist in vier Teile gegliedert - alle aus der Sicht von Estelle geschrieben - nur durch die jeweils aktuellen Zeitungsberichte unterbrochen. Estelle, die ihren Mann kennenlernt, die Zeit der Schwangerschaft durchlebt, die endlich ihr süßes, perfektes Baby in den Händen hält, die ihre Tochter heiß und innig liebt, sich aber auch Sorgen um sie macht, es einfach nicht schafft, die perfekte Mutter zu sein, was aber jeder von ihr zu erwarten scheint...

Die Protagonistin ist sehr gut beschrieben, man kommt ihr schnell nah, kann ihre Gedanken nachvollziehen. Man spürt die Belastung und den Druck, den sie sich selbst auferlegt und der von ihrem Umfeld genährt wird. Die Polizei zweifelt an Estelle, sie selbst zweifelt an sich und glaubt mir: auch als Leser fragt man sich, wer hinter Mias Verschwinden steckt.

Und genau das ist es, was einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Die gleiche Frage, die sich Estelle stellt - was ist mit Mia passiert? Hat die Mutter tatsächlich ihr eigenes Kind verletzt, ausgesetzt oder vielleicht sogar getötet? Oder ist Mia entführt worden? Aus der verschlossenen Wohnung? Zusammen mit all ihren Sachen...?

Ein spannendes Buch ohne große körperliche Gewalt, fesselnd von Anfang bis Ende, psychologisch, berührend, nervenaufreibend, zum Nachdenken anregend, beängstigend im Nachhall.

Ich bin gespannt, was uns noch alles aus der Feder von Alexandra Burt erwartet - den Namen merk ich mir auf jeden Fall!

Viele Grüße von der Numi

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