Freitag, 19. Februar 2016

Rezension: Northanger Abbey

von Val McDermid, erschienen bei HarperCollinsGermany.


 Erschienen am 11. Januar 2016
 gebundene Ausgabe
 320 Seiten
 ISBN 978-3-959-67018-0
  
Inhalt laut Verlag

Jane Austens großer Roman Northanger Abbey, neu verfasst von Krimimeisterin Val McDermid. Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern – die sie in ihrer Heimat im ländlichen Piddle Valley leider niemals finden wird. Zum Glück darf sie zu einem Kulturfestival nach Edinburgh reisen, wo sie sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als er sie auf seinen schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einlädt, fühlt sich Cat jedoch plötzlich in einen ihrer geliebten Gruselromane versetzt. Denn in dem alten Gemäuer lauern die Schatten der Vergangenheit hinter jeder Ecke und die Anzeichen verdichten sich, dass ein schreckliches Verbrechen geschehen ist
 
Rezension
Catherine Morland ist 17 Jahre alt und bisher doch ein wenig enttäuscht von ihrem Leben. Sie träumt von Abenteuern, der Liebe, sogar von Vampiren oder Untoten , halt einfach von einem aufregendem, spannendem Leben und nicht von dem tristen Einerlei, das bei ihr vorherrscht. 

Doch dann kommt ihre große Chance. Ihre Nachbarn, die Allens, laden sie ein mit Ihnen zu einem Kulturfestival nach Edinburgh zu kommen. Endlich. Endlich geht es hinaus aus ihrer ländlichen Idylle, hinein ins echte Leben. Hier erwarten sie aufregende Dinge, Veranstaltung, Menschen, Shoppingtouren mit Susie Allen - rund um die Uhr erlebt sie so viel Neues.

Was sie besonders begeistert, sind ihre neuen Bekanntschaften - vor allem mit dem jungen sympathischen Rechtsanwalt Henry Tilney und seiner Schwester Ellie. Als die Beiden Cat sogar einladen zu einem Besuch auf deren Landsitz Northanger Abbey erfüllt sich für sie ein weiterer Traum - und tatsächlich handelt es sich um einen düsteren Ort, der Cat nicht nur gruseln lässt....

Fazit
Was soll ich zu diesem Buch sagen? Ich fühle mich ein wenig hin und her gerissen. 

Zunächst einmal steht ganz außer Frage, dass Val McDermid schreiben kann. Ihr Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind fein gezeichnet, sodass man sie schnell ins Herz schließen kann - außer natürlich die eher Unsympathischen, aber das soll ja auch so sein.

Ich kannte Catherine Morland, die Tilneys und die anderen bereits aus dem Originalbuch von Jane Austen und habe sie natürlich direkt wiedererkannt. McDermid hat also die Geschichte - nebst Namen - übernommen und praktisch versucht sie in unsere Zeit zu transportieren. Leider, leider ist das in dieser Art sehr schlecht machbar.

Die Zeiten haben sich einfach zu sehr verändert, seit das Original geschrieben wurde. Welche junge Frau sucht heute sofort nach einem passenden gutsituierten Ehemann? Wer lässt sich in noch in dieser Art gängeln und bevormunden? 

Während des Lesens waren die Bilder in meinem Kopf immer wieder beim Original - bei Damen in Empire-Kleidern, bei vornehmen Damen und Herren, höflich, zuvorkommend, sich Ihres Standes und ihres Benehmens bewusst und dann...
plötzlich wieder Begriffe, wie Facebook, Twitter, Sms, Smartphones, E-mails etc... und jedes Mal fühlte ich mich, als ob ich irgendwo gegengelaufen wäre. Ein kurzer Bogen um dieses Hindernis und ich war zurück in den alten Zeiten.

Mir hätte es besser gefallen, wenn man das Original in seiner Zeit gelassen und nur die Terminologie angepasst hätte, z.B. aus einem Advokaten einen Anwalt machen, aus einer Gouvernante eine Erzieherin. Das wäre rund gewesen und hätte Jane Austen vielleicht vielen Lesern näher bringen können.

Oder aber man hätte die Geschichte neu aufziehen müssen. Der Wunsch nach Abenteuer usw. ist ja durchaus realistisch, aber dann hätte das ganze Umfeld und die Bedingungen anders sein müssen.

Sie ist es nichts Halbes, aber auch nichts Ganzes. Ich für meinen Teil habe den 'neumodischen Kram' überlesen und mir das Buch zurechtgezaubert - da ich Jane Austens Buch ja kannte, war das kein großes Problem. Aber ob ich es direkt empfehlen kann... Lest vielleicht lieber das Original und schaut, ob es Euch so gut gefällt, wie mir :0)

Viele Grüße von der Numi

1 Kommentar:

  1. Bis jetzt habe ich nur Besprechungen gelesen die Deinen Eindruck gespiegelt haben. Ich glaube, man kann nicht jedes "Buch" in eine andere Zeit versetzen, bzw. es verliert seinen Charme.
    Danke für Deine ehrliche Meinung und liebe Grüße,
    Inge

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