Dienstag, 10. Februar 2015

Rezension: totgepflegt

von Minck & Minck, erschienen im Droste Verlag.


7. Auflage 2013
 Taschenbuch
288 Seiten
ISBN 978-3-7700-1260-2

Beschreibung des Verlags
Kann es beim Bestatter zu viele Leichen geben? Wie bringt man einen Finnen dazu, mehr als drei Worte zu sagen? Ist man in einem Pyjama im Supermarkt underdressed oder kommt es auf die Accessoires an? Alles Fragen, die Maggie Abendroth nicht beantworten will. Sie hat definitiv andere Sorgen. Maggie ist 37, pleite und wohnt wieder in ihrer alten Heimat Bochum auf 22 qm – ohne Aussicht. Ihr neuer Job als Aushilfssekretärin bei einem Beerdigungsinstitut stellt ihre Nerven zusätzlich auf eine harte Probe. Bei „Pietät Sommer“ ist alles unheimlich: der schweigsame Kollege Herr Matti, ihr blasierter Chef Herr Sommer – und die tote Kundschaft im Keller sowieso. Als dann auch noch ihre Lieblingsorganistin für Trauerfeiern plötzlich verstirbt, steckt Maggie ihre Nase in Dinge, die sie eigentlich nichts angehen. Gemeinsam mit Freundin Wilma, Herrn Matti und Ex-Kommissar Kostnitz begibt sie sich auf Spurensuche.

 Rezension
Maggie Abendroth - Autorin mit Schreibblockade -, deren Geliebter doch lieber
bei seiner Frau bleibt, hat einen finanziellen Engpass. Es bleibt ihr nichts anderes 
übrig, als ihre 150qm-Wohnung über den Dächern von Köln gegen eine hübsche 
kleine Souterrainwohnung in ihrer alten Heimatstadt Bochum einzutauschen.

Man könnte es auch so ausdrücken: Maggie ist pleite und mehr als eine 22qm kleine
 Kellerwohnung mit Ausblick auf den Bürgersteig und die Beine der vorbei gehenden
Menschen ist einfach nicht mehr drin.

Nach unendlich vielen Spaghettipackungen von Aldi steht eines fest: Ein Job muss
her und das ganze subito. Das Angebot von Arbeitsamtmän als Bürokraft zu arbeiten
und das bei einem Bestatter wäre eigentlich nicht Maggies Traumvorstellung von
einem Job, aber es bleibt einfach nichts anderes über. Mit dem festen Vorsatz einen
riiiiiesigen Bogen um alles Tote zu machen, fängt Maggie bei 'Pietät Sommer' an.

Aber wie es mit Vorsätzen so oft ist... diesen kann Maggie nicht einhalten. Als sie
ihrem Kollegen Matti das erste Mal zur Hand geht, hat sie noch das Gefühl, das
sich ihr Mageninhalt verabschieden will - und das schwungvoll, aber nach und
nach gewöhnt man sich ja an alles, auch an den Umgang mit den Toten.

Aber dann spricht Matti sie auf etwas Merkwürdiges an, das ihm aufgefallen ist
und auch Maggie findet es sehr sonderbar und schon steckt sie - zusammen mit
ihrer Freundin Wilma und dem Witwer einer ihrer Leichen - nicht nur ihre Nase
in fremde Angelegenheiten, sondern auch mitten in den Ermittlungen zu
einer ganz bösen Geschichte...

Fazit
Ein humorvoller und spannender Krimi, genau nach meinem Geschmack.

Die intelligenten witzigen Dialoge, die Maggie auch mit sich selber führt, haben
mich während des Lesens zu einem Dauergrinsen verleitet. (Gut das mich im
Wartezimmer niemand gefragt hat, worum es in dem Buch geht. Was hätte ich
sagen sollen? Es geht um die Arbeit bei einem Bestatter? ;0)

Sowohl Maggie als auch ihr finnischer Kollege Matti wachsen einem recht schnell
ans Herz - Matti ist übrigens Thanatopraktiker. Von diesem Beruf wusste ich nicht 
einmal, dass es ihn gibt, geschweige denn, welches Aufgabengebiet er umfasst.

Also: lebendige Charaktere, ein flüssiger Schreibstil, eine gute Recherche
zusammengefasst in einem humorvollen, spannendem Krimi !!!

Meine beiden Daumen sind definitiv oben und ich freu mich,
das noch mehrere Teile um Maggie Abendroth erschienen sind!

Viele Grüße von der Numi

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